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Am Sonntag (20. Februar 2011) wurde anlässlich der Deutschen Webvideotage auch der Deutsche Webvideopreis 2011 verliehen. In der Kategorie "Dokumentation" mit am Start war unser Road-Blog 2010 Film. Über die Nominierung, immerhin gab es insgesamt 4.000 Video-Vorschläge, haben wir uns sehr gefreut. Zusammen mit dem alten Griesgram und VJ Stephan von mopeten.tv hatte ich die Ehre, der Preisverleihung im Astra Filmkunsttheater in Essen beizuwohnen.
Die Hauptinitiatoren: Stefan Evertz und Markus Huendgen
CC-BY: Webvideotage / Simon Bierwald
Und was soll ich sagen, das viele "Daumen drücken" von allen Beteiligten hat sich geloht, wir haben den Jurypreis in der Kategorie "Dokumentation" gewonnen. Wow, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Den Publikumspreis hätten wir uns aufgrund der vielen Blogger-Vernetzungen vielleicht noch zugetraut, den Jurypreis aufgrund der hochwertigen Konkurrenz aber eher nicht. In der Laudatio von Jörg Sadrozinski (Redaktionsleiter tagesschau.de) wurde u.a. die Kameraführung, atmosphärische Bildsprache und der Road-Movie-Charakter, der Lust aufs Motorrad fahren macht, besonders gelobt. *stolz*
Die anderen nominierten und ausgezeichneten Videos findet Ihr hier->.
CC-BY: Webvideotage / Simon Bierwald
Besonderer Dank gilt mopeten.tv und Stephan Fritsch für die filmische Umsetzung der Road-Blog 2010 Tour. Aber auch allen anderen Beteiligten, die zu diesem Projekt - sei es als Fahrer mit und ohne Kamera (@schrm, @epic_fnord, @broaaaa, @systemstig, @moto1203, @griesgram999, @aaronlang), sei es als Einlader zum Zwischenstopp (@motorradblogger, @hafenwasser, @pistonpin, @ernietroelf, @spacemuck, @tinadakar, @MotorradTourer, @smaderner) oder gar zur Übernachtung (Haus Simone), sei es als Sponsor (X-lite Rennservice, biketrac, hekasys und mein Arbeitgeber ;-)) oder Ideenspender (@alle) - beigetragen haben.
Mit dem Gewinn des Deutschen Webvideopreises erfährt das Road-Blog 2010 Projekt einen preisgekrönten Abschluss, was mich persönlich sehr sehr freut. Geboren aus einer spinnerten Idee, die über Twitter die Runde machte und gekrönt mit einem handfesten "Stern" in schmuckem Aquarium.
Der Deutsche Webvideopreis ist so was wie der Oscar 2.0!
CC-BY: Webvideotage / Simon Bierwald
Aus einer leichtfertig in den virtuellen Raum geworfen Äußerung
@schrm: "...na das wär doch mal was. 1000 Meilen in 24 Stunden" und den unüberlegt spontanen Erwiderungen von
@broaaaa: "das ist dermaßen kaputt, das wäre direkt ne Überlegung wert",
@epic_fnord: "das klingt einfach viel zu Irre, um es nicht mal gemacht zu haben ;-)",
@broaaaa: Mal im September in Angriff nehmen. Wer macht mit?" wurde Mut geschöpft und der erste "Sponsor" akquiriert:
@broaaaa an @AaronLang/Honda: "Moin! Paar der Motorradtwitterer planen den Iron Butt zu fahren, in 24h durch alle Bundesländer, mit Twitter/Facebook updates und so. Wär das eventuell interessant für euch? Frag nur, weil wir alle nur alte Moppeds haben und Vorführmaschinen für 1 600 km in 24 h wohl geeigneter wären und ich dachte, dass ihr da eventuell Interesse hättet. Falls nicht, kein Stress, will dich nicht belästigen ;)"
Ja neh, is klar. Die eigenen alten Schätzchen sind zu schade dafür und Vorführer für 1 600 km sicher viiiiel besser geeignet. Wir bekommen ja viele Reise-Sponsoring-Anfragen bei Honda, aber diese war schon außergewöhnlich. Irgendwie reizte es mich ja auch. Wenn, dann müsste ich das ganze schon begleiten, will ja auch wissen wie sich 1000 Meilen anfühlen ;-) .
Also eine Nacht drüber geschlafen und versprochen, mal zu schauen ob eine Unterstützung möglich ist.
Der Termin im September war perfekt, kamen doch gerade die Fahrzeuge von den VFR1200F-Testfahrt-Aktionen zurück. Da meine Chefs auch ein bisschen Benzin im Blut haben, gab es grünes Licht für insgesamt acht VFR mit Koffern, Tankrucksack, Heizgriffen und Zumo 550-Navi. Im Ernst, wir hätten noch einige Fahrzeuge mehr gebrauchen können, weil die Aktion immer größere Kreise zog und mehr und mehr Anfrage bei uns eingingen.
Das Layout der Tour wurde nach reichlicher Überlegung ausgeweitet, eine Übernachtung eingebaut und noch ein paar zusätzliche Kilometer eingeplant (wir waren phasenweise bei 2 200 bis 2 400 km in zwei Tagen ;-) ). Statt aller Bundesländer, wo wir eventuell eh keine Anlaufstelle gehabt hätten, entschlossen wir uns dazu, einfach andere Blogger zu besuchen. Wir kannten uns "virtuell" ja doch schon mehr oder weniger lang, da käme ein Treffen genau richtig. Sich "zu lesen und zu schreiben" ist ja schon etwas anderes als sich real in die Augen zu schauen und gleich noch eine Mördertour abzureißen.
Somit wurde zur kreativen Gestaltung der Zwischenstopps aufgerufen, was in einem Diesel-Motorradtreffen in Hamm (@motorradblogger, @hafenwasser, @pistonpin), der Bonanzarad-WM in Hamburg (@ernietroelf, @spacemuck), einem Dirt-Girls-Endurotraining mit Tina Meier (@tinadakar), einem Treffen mit Fred von Motorrad-Tourer (@MotorradTourer) an der Spinnerbrücke Berlin, Übernachtung im Haus Simone (Berlin), einem Besuch des X-lite Rennservice beim German Endurance Cup am Lausitzring, einem Interview-Termin mit Bike & Business (@smaderner) am Stadtstrand Würzburg und einer kurzweiligen und kurvigen Rückfahrt durch den Spessart endete.
Als es am Samstag den 11.ten tatsächlich los ging - wir trafen uns um 6 Uhr früh in der Werkstatt von Honda - kamen mir letztmals Zweifel auf. Wir hatten eine bunte Truppe beieinander, vom "Youngbiker", der am Vortag seinen Stufenführerschein beendet hatte, bis zum "Autobahn-Brater", der nur ein Motorrad und kein Auto besitzt und damit Sommer wie Winter Kreuz und Quer durch Deutschland glüht. Bereits nach einer Viertelstunde Fahrt war klar, die Gruppe passt! Lief sehr harmonisch und ohne Zwischenfälle, man merkte den Leuten die hohen jährlichen Fahrleistungen an. So konnte es ja nur besser werden.
Fortsetzung folgt, hier schon mal der Film!
Die Kamera lügt nur, wenn der Erzähler lügt, und das Video im folgenden Link hat sie aufgenommen. Ich habe das Video nicht direkt hier gepostet, weil vielleicht nicht jeder mit mir offen über Fahr- wie Sexualtechniken sowie Hitler sprechen möchte. Deshalb hier ein:
Parental Advisory:
Explicit Content
- Videologbuch des Road-Trippers Clemens (@SystemStig)
Auf www.honda-v4.de ist der 2. Teil Tourbericht vom V4-Webmaster online!
Ihr habt es verfolgt: Unser letzter Boxenstopp auf der Road Blog Tour 2010 war Würzburg, wohin uns @SMaderner, der Chefredaktuer des Fachmagazins "bike und business", eingeladen hatte.
Es gab am Stadtstrand nicht nur die besten Butterbretzel weit und breit, sondern auch die Gelegenheit für ein intensives Fotoshooting und ausgedehnte Gespräche.
Stephan hat das Treffen in einem Video zusammen gefasst, das wir Euch nicht vorenthalten wollen. Have fun!
Beim Sichten des Videomaterials vom Wochenende ist mir klargeworden, das ich vieles von dem, was passiert ist, gar nicht live mitbekommen habe, sondern nur durch den Sucher der Kamera. Ist aber gut so, denn so könnt auch ihr ein bisschen dran teilhaben.
Es war eine tolle Tour, mit tollen mir vorher unbekannten Menschen und ich würde sowas jederzeit wieder machen.
Damit sich die Wartezeit bis zur fertigen mopeten.tv-Folge ein bisschen verkürzt, habe ich schonmal einen Trailer zusammengeschnitten.
Viel Spaß.
Was ne doofe Frage! Nein, wir haben nicht auf der VFR geschlafen. Sondern bei Fred & Simone. Guckst du da: Sponsoren. http://bit.ly/bAXgVA #rb10
Die zweite Station auf unserer Road-Blog.de Tour 2010 führte uns zu den Bonanzaboys, die an diesem Wochenende die Bonanzarad-Weltmeisterschaft in Hamburg austrugen.
Eine überaus heitere und lustige Truppe Bonanzaboys und -Girls empfing uns bei den Fischauktionshallen zum ultimativen Contest. Im Rennen der Königsklasse "Umdiedoserockern" gegen den amtierenden Weltmeister "König Bert 1" konnte ich mich ja noch achtbar aus der Affäre ziehen. Bei der späteren Titelvergabe jedoch war mit 14 Runden/min-1 leider kein Wörtchen mitzureden.
Werde nun die Keller, Scheunen und Garagen der Verwandtschaft nach einem verstaubten Bonanzarad durchstöbern und nächstes Jahr mit geschärften Waffen zur Titelvergabe anreisen.
And I can't wait to get on the road again
On the road again
On the road again
Goin' places that I've never been
Seein' things that I may never see again,
And I can't wait to get on the road again.
Like a band of gypsies we go down the highway
We're the best of friends
Insisting that the world be turnin' our way
And our way
Is on the road again.
Wer hat das gesungen? Willie Nelson. Wer ihn nicht kennt: Er ist nach der Thermosflasche voll warmem Mett der wohl beste Freund des Fernfahrers, und er hat recht. Ich habe schon so viele Road Trips hinter mir, und nach jedem ist der beherrschende Gedanke: Was fahre ich als nächstes ab? Es war wider Erwarten eine großartige Tour mit tollen Leuten. Ich habe so viele Impressionen mit so vielen verschiedenen Geräten festgehalten (das wichtigste davon das sogenannte "Gehirn"), dass ich gar nicht weiß, was ich damit machen soll. Eines jedoch weiß ich: Meine These, dass der klassische Sporttourer für diese Art Langstreckenfahren das beste Fahrzeug ist, sehe ich bestätigt.
Die VFR punktet mit den klassischen Sporttourer-Tugenden: Sie hat einen nennenswerten Motor. Sie hat ein nennenswertes Fahrwerk. Sie hat einen guten Sitz. Sie hat perfekten Wind-/Wetterschutz. Sie legt auf dieses bewährte Rezept obenauf: ein Koffersystem, das bis Topspeed Autobahn ruhig im Wind liegt und das optionale Doppelkupplungsgetriebe, das man auf Automatik schalten kann. Ich habe über 1500 km keinmal geschaltet, weil wir über 1500 km keine Kurvenstrecken gefahren sind. Und im Spessart dann fand ich mit der Hand einen exakt sauberen Schaltvorgang befehlen tatsächlich besser als ihn selber sauber auszuführen, ich faule Diktatorsau.
Es ist schade, dass sich die VFR nicht unmittelbar erschließt. Als ich sie das erste Mal im MO-Hof sah, wollte ich mich nichtmal draufsetzen, was ich sonst bei jedem neuen Mopped mache. In Erlenbach hat mich nur das Doppelkupplungsgetriebe als technische Errungenschaft interessiert. Die VFR fahren war Pflichtprogramm und auf den fünf Metern hat es auch keinen Spaß gemacht. Es ist eines dieser Motorräder, dessen Tugenden sich erst bei jener Tätigkeit erschließen, die meine persönliche Maßgabe für jedes Motorrad ist, um es kennenzulernen: mindestens 1000 km fahren. Dabei entdeckt man graduell das Potenzial, Anreise, Sozia, Gepäck und Kurvenstrecke unter eine Spaßkappe zu bringen. Sporttourer halt. Wer die Zeit hat: ausprobieren, mindestens 1000 km lang. Das werden wenige tun (wollen), deshalb bleibt die VFR wohl im illustren Kreis der schwer zugänglichen, aber guten Motorräder in bester Gesellschaft bei anderen Perlen wie Aprilia Mana und Moto Guzzi Griso 1200.
Ich habe mein möglichstes versucht, die vielen Erlebnisse in wenige Worte zu fassen.