Als wäre die Tour in die Honda-Hospitality in Imola (genannt #cti11) noch nicht genug gewesen oder eine Einladung zu Nolan nach Bergamo, es kam noch besser. Die Helmausrüster des Superbike Weltmeisters Carlos Checa setzte noch einen drauf. Einen Helm. Nicht irgendeinen Helm sondern einen in mehrfacher Hinsicht ganz besonderen Helm. Wir Road-Blogger wurden erwählt, den nagelneuen X-lite X702 noch vor dem Marktstart zu testen. Deshalb wurden flugs ein paar harte Hüte aus der Vorproduktion geschmuggelt und im eigens für uns entworfenen Road-Blog-Design dekoriert.
Oder um es ein wenig bescheidener zu sagen. Der olle Carlos hat zwar auch ein eigenes Design, aber keinen noch-nicht käuflichen X-702 sondern so eine Mütze, den jeder für Geld kaufen kann. Bestimmt auch im Checa-Design.
Saugeil!
Da ich vorher ein Jahr lang den 701er gefahren bin, und auch auf den 702 inzwischen über 2.000 km durch den Wind gedrückt habe, erlaube ich mir ein paar kleine Urteile.
Das wichtigste bei einem Helm ist die Passform, die wurde geändert. Den 701 fahre ich in Größe S, den neuen in Größe M. Bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass der Einser unbequem wäre, aber der Zweier ist nochmal bequemer.
Danach kommt, zumindest für mich erst mal lange nichts. Nein, das stimmt jetzt nicht mehr, denn der 702 hat etwas, das ich bisher immer für überflüssig hielt: eine integrierte Sonnenbrille, im offiziellen Sprech heißt das wohl Sonnenblende. Will ich nicht mehr drauf verzichten. Über einen Hebel auf der linken Seite kann die getönte Klappe einfach hoch- und runtergefahren werden. Rein in den Tunnel, Blende hoch, wieder raus, Blende runter. Früher hatte ich entweder ein getöntes Visier und fuhr dann im Tunnel offen und zugig oder hatte eine Sonnenbrille auf, dann hieß es: Visier auf, Sonnenbrille auf der Nase nach unten ziehen, Visier zu, zwischen oberen Brillenrand und oberen Rand des Visierausschnitts durch peilen und am Ende des Tunnels dann alles wieder rückgängig machen. Jetzt ist es nur noch eine kleine Handbewegung. Darauf will ich nicht mehr verzichten.
Die Windgeräusche sind immer abhängig von der Sitzposition und dem Mopped auf dem man gerade unterwegs ist. Auf der #cti11 hatte ich Gelegenheit verschiedenen Moddes zu fahren (Fireblade, VFR1200, Crossrunner, Varadero, CB1300. Das gesagte gilt für all diese Maschinen und auch für mein Luxusweibchen (ZX-12R). Wenn ich im stehen fahre, also der Helm frei im Wind steht, hört es sich nach Windstille an, dabei liegt der Helm ganz ruhig. Hinter der Verkleidung ist es naturgemäß etwas lauter, aber ich bilde mir zumindest ein, dass es leiser ist als beim 701. Auch bei höheren Reisegeschwindigkeiten liegt der 702 sehr ruhig und ich denke, der neue ist auch aerodynamisch günstiger, denn nach langen Strecken im Tempobereich 220+ ist mein Nacken sehr entspannt, noch mehr als beim 701.
Ganz zum Schluss noch ein paar Silben zur Belüftung. Der 701 hat auf dem Oberkopf zwei Klappen, die bei geringer Geschwindigkeit für eine super Kühlung sorgen, die allerdings auf kleine Flächen konzentriert ist. Wird es schneller, wird es an diesen Stellen schnell mal zu kalt. Diese Klappen hat der 702 nicht, daher ist die Kühlung bei niedrigeren Geschwindigkeiten nicht so gut. Klappen hat der 702 dennoch reichlich. Diese zeigen Ihre wahre Stärke bei höheren Geschwindigkeiten, dann wenn das Visier geschlossen bleiben muss, ist die Lüftung immer noch angenehm und spürbar. Die Klappen können auch bei Höchstgeschwindigkeit offen bleiben, was ich als sehr angenehm empfinde. Sollte es bei langsamer Fahrt wirklich mal zu warm werden, mache ich einfach das Visier auf.
Auf meiner ersten richtigen Regenfahrt habe ich festgestellt, dass das Visier oben nicht ganz an der Dichtung anlag, so dass ein wenig Wasser eindringen konnte. Das lässt sich durch das durchdachte und intuitive Einstellsystem jedoch schnell ändern. Dazu braucht man allerdings einen passenden Innensechskanntschlüssel.
Fazit: In vielen Punkten besser als der Vorgänger. Leider in Weiß ;-)
Der Alte Griesgram