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Am (was wir zu diesem Zeitpunkt noch dachten) letzten Tag ging es fuer einen Teil der Truppe bereits fruehmorgens aus den Federn. Ein Teil der Truppe machte sich bei Sonnenaufgang bereits auf den Weg, den einen oder anderen Pass zu ueberqueren, bevor wir alle den Rueckweg nach Deutschland antraten. Der andere Teil der Truppe dagegen war faul und hat sich fuer das Ausschlafen entschieden. Als Moritz, Oliver, Alexander und ich um 8.30 Uhr morgens das Fruehstuecksbuffet erobert haben, kamen die anderen Jungs gerade mit einem breiten Grinsen im Gesicht von der Ausfahrt zurueck.
Nach einem leckeren Fruehstueck und einer herzlichen Verabschiedung der Hotelbesitzer, machten wir uns schweren Herzens auf den Weg in Richtung Deutschland. Die Ueberquerung des Kuehtaipass war grossartig und die Alpen ueberaus faszinierend! Mein persoenliches Highlight war, als ein paar Kuehe vor uns seelenruhig die Strasse ueberquert haben und sich von uns Motorradfahrern ueberhaupt nicht haben stoeren lassen. Einer der Tiefpunkte war dagegen der unfreundliche Cafebesitzer am Brenner, der uns erstmal angepflaumt hat, warum wir zum einen nur Kaffee bestellen und zum anderen die Unverschaemtheit besitzen, alle mit 10 und 20 Euro Scheinen bezahlen zu wollen. Gut, naechstes mal gehen wir woandershin. Kurz vor der Grenze zu Deutschland waren wir dabei, das Hahntennjoch zu ueberqueren, als ich einige Meter vor mir einen Mitfahrer wild stuerzen sehe. Ich halte erschrocken an, fluche ein wenig und stelle das Motorrad auf den Seitenstaender - nicht ohne dabei festzustellen, dass es hier arschglatt ist. Ich muss aufpassen, um nicht nach dem Absteigen zu Fuss auszurutschen. Den Grund sehen wir kurz danach: Ueber die komplette Fahrbahnbreite geht eine Oelspur, die genau in der Kurve beginnt und bis ca 40 Meter nach der Kurve reicht. Hier hatte unser Fahrer keinerlei Chance, hier war die Fahrt zu ende. (Photo by http://www.facebook.com/areyoureadyforhonda )Nachdem vorbeikommende Passanten fuer uns die Polizei gerufen hatten, haben @epic_fnord und ich erstmal unsere Sanitaeterskillz ausgepackt und den Kollegen abgetastet und geprueft, ob er noch funktioniert oder ob er aerztlicher Behandlung bedarf. Nachdem wir (und er), abgesehen von seiner Schulter, erst davon ausgingen dass er relativ unverletzt aus dem Unfall kam, hat die spaeter entdeckte Platzwunde und die laedierte Schulter dann doch noch fuer einen stationaeren Krankenhausaufenthalt gesorgt. Klingt allerdings wilder als es ist: Ein gebrochenes Schluesselbein, das operativer Korrektur bedurfte, sowie ein bisschen allgemeines wieder aufpolieren, haben ihn mehr oder weniger wieder hergerichtet. An dieser Stelle nochmal gute Besserung und Genesung! Komm bald wieder aufs Mopped!Das verunfallte Motorrad wurde von uns vor Ort inspiziert und von den fachkundigen Kollegen mit dem Kommentar "Das is ne Honda, die richten wir wieder ein bissl her und dann faehrt die wieder!" unter Einsatz von Unmengen Duct-Tape, Werkzeugteilen (nicht zum Fixen, sondern als Kupplungshebel- oder Fussrastenersatz) und purer Muskelkraft (um die verbogenen Teile wie den Lenker wieder halbwegs hinzubekommen) wieder zusammen-McGyvert. (Photo by @epic_fnord - http://yfrog.com/nxy4usj )Trotz allem war der Tag inzwischen schon mehr oder weniger gelaufen, denn inzwischen war der spaete Nachmittag angebrochen. Die Frage war, wie wir nun weiter vorgehen sollten. Immerhin hatten wir noch die Leihmaschine vom Freitag dabei, die diese Nacht noch zurueckgegeben werden musste, ausserdem war der grossteil der Mitfahrer davon ausgegangen, noch am Abend wieder daheim zu sein und am naechsten Tag wieder ihrem Job nachgehen zu koennen. Nach einer laengeren Ueberlegung, wer heim fahren koennte, wer die Leihmaschine zurueckbringt und wer sich um das Gepaeck kuemmert, hat die Truppe sich in drei Teile aufgeteilt: Der Griesgram hat den Krankentransport uebernommen und unseren verunfallten Roadblogger schonmal heimwaerts nach Hanau geleitet. Die Foristen haben ebenfalls den Heimweg angetreten, da sie es ja eh nicht mehr weit hatten. Die verbleibenden vier Fahrer - @epic_fnord, @pistonpin, @olifra73 und meine Wenigkeit, @broaaaa - haben das verbleibende Gepaeck umgepackt, die Leihmaschine gesattelt, die verbleibenden VFRs und die Crossrunner genommen und Kurs auf Singen genommen, wo wir die Leih-Fireblade dem freundlichen Haendler - der Motorradwelt Singen - zurueckgebracht haben.
Da es inzwischen, durch all die vorherigen Verzoegerungen, spaet in der Nacht war, haben wir uns entschlossen, doch noch ein Hotel zu nehmen und die Heimfahrt erst am naechsten Tag fortzusetzen. Der Jaegerhof in Singen hat sich als ganz angenehmes Hotel, gefuehrt von sehr freundlichen und hilfsbereiten Besitzern, herausgestellt. Auch an dieser Stelle nochmal ein freundliches Dankeschoen! Die Heimfahrt nach Offenbach ueber die Autobahn, war dann wieder erwartet unaufregend. In Offenbach angekommen, haben wir Ralf noch einen Krankenbesuch abgestattet, uns von seiner Frau mit Kaffee und Kuchen fuettern lassen (auch dafuer nochmal danke! :)) und haben anschliessend die Moppeds auf den Hof der Honda-Zentrale in Offenbach gestellt. (Photo by @pistonpin - http://lockerz.com/s/142458230 )Beim umpacken unseres Gepaecks vom Honda-Fuhrpark auf unsere eigenen Motorraeder, haben wir alle noch ein bisschen ueber die Tour, Motorraeder und Benzin im allgemeinen gesprochen, bis dann doch die Zeit gekommen war, unseren entgueltigen Heimweg anzutreten. Wenn man so viele Tage in einer lustigen Gruppe, die sich gut versteht, miteinander verbringt, dann ist es immer schade, wenn diese Zeit vorueber geht. So hab ich mich von den Jungs mit einem lachenden Auge und der Vorfreude aufs naechste mal - aber auch mit einem weinenden Auge, mit dem Wissen dass die Tour jetzt definitiv vorbei ist und sich unsere Wege trennen, verabschiedet. Und lese ich die Tweets der anderen, denke ich dass es nicht nur mir so ging.